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  • Die Seele der Dinge

    Produkte von heute müssen mehr können, Funktion ist selbstverständlich, wichtig wird der Hintergrund. Es geht darum, welche Geschichten Produkte erzählen, also welche „Seele“ ihnen innewohnt oder der Gestaltende ihnen einhaucht. Der Kurs zur Thematik „Die Seele der Dinge“ wurde im WS11/12 erstmalig als eine Kursreihe die alle zehn Lehrgebiete umfasst abgehalten. Der Fokus der Diskussion im Rahmen des einwöchigen Kurses im Lehrgebiet Design Konzepte zielte auf die Frage ob den Dingen eine Seele innewohne und ob diese ein messbares Gewicht haben. Diskussionsgrundlage bildeten der Film 21 Gramm von González Iñárritus und die Versuche von Dr. Duncan MacDougall sowie Dr. Zaalberg von Zelst zur Ermittlung des Gewichts der Seele bei sterbenden Menschen. Auf der Fragestellung basierend, ob die Seele ein messbares Gewicht hat, sollte durch die Gewichtsermittlung verschiedener Objekte die Existenz der Seele belegt oder widerlegt werden. Wie verändert sich die Natur des Objekts (Ästhetik/Materialität)? Erlangt das Objekt dadurch eine Seele? Wann „endet“ ein Gegenstand? Zehn Objekte wurden durch verschiedene Techniken bearbeitet, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Nach dem Verbrennen, Verätzen, Kochen, Quetschen, Fallen lassen und Einfrieren wurde das Gewicht gemessen. Es kann keine empirisch belegbare Aussage getroffen werden, ob oder wie schwer die Seele der Dinge ist. Beeindruckend verlief jedoch die Präsentation des Versuchs. Die 80 Objekte wurden in einem Raster auf dem Ausstellungsboden arrangiert, beschriftet mit Bearbeitungsart und Gewichtsangabe. Die Besucher der Ausstellung reagierten betroffen, es herrschte eine betretene Atmosphäre im Raum, in dem die Menschen mit gesenktem Kopf auf die „zerstörten“ Objekte starrten. Das Verhalten der Menschen kann mit dem auf einem Friedhof verglichen werden. Betroffenheit, Mitgefühl und Ergriffenheit breiteten sich aus. Wo ist die Seele der Dinge? Kurs 05.12.2011 - 09.12.2011 Dokumentation lesen KISDbulletin lesen